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Bericht zur Erkundung in der Pfarrei der Zukunft Saarburg

Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Wahrnehmungen

„Gegen alle Hoffnung voll Hoffnung!“
(PAPST FRANZISKUS)

Zu Beginn der Erkundungsphase nahmen wir die Trauer und Ängste der Menschen wahr. Trauer, dass das vertraute Bild der Volkskirche, beheimatet im Herzen vieler ehrenamtlicher und hauptamtlicher Menschen in der Pfarrei der Zukunft Saarburg sich verändert, ja Risse bekommen hat. Gesellschaftliche Veränderungen wie der demografische Wandel, vielfältige Lebensentwürfe von der Vereinzelung bis zur Patchworkfamilie, ständige Mobilität in Beruf und Freizeit, die Suche nach individueller Freiheit in allen Lebensbereichen und eine Medienvielfalt haben auch das Leben und die Bedürfnisse der Menschen verändert. Katholiken bleiben dem Angebot ihrer Kirche fern, eine kleiner werdende Gruppe hält die Treue und identifiziert sich mit der Kirche. Vieles wird nicht mehr verstanden. Wir haben das, was uns Menschen an Trauer, Aggression, aber auch an konstruktiver Kritik zum Ausdruck gebracht haben, ernst genommen.

Nach dieser ersten Phase brach bereits beim Rendezvous im neuen Raum die Hoffnung durch. Die verschriftlichen Tischvorlagen des World Cafés (DOKUMENTATION ANLAGE SAB 00 - in der Dokumentation), die sich im Anhang befinden, zeigten, dass Menschen in der Pfarrei der Zukunft Saarburg ihre Kirche nicht egal ist. Menschen möchten in den neuen Strukturen Glaubens und Lebensqualität mitgestalten und sie möchten gefragt und miteinbezogen werden.

Das „Wie soll das gehen?“ läutete die nächste Phase ein. Je klarer das Bistum unter Mitwirkung vieler Menschen die neue Struktur erklärte und entwickelte, umso mehr dachten Menschen vor Ort über Glaubens und Lebensgestaltung in der neuen Struktur nach. Dass es Plattformen gab, bei denen auch Sorge und Kritik geäußert werden durften, war sehr wichtig.

Die ersten, die sich beim Erkundungsteam meldeten über die verteilten Kontaktbögen, waren Menschen, die in Netzwerken beruflich tätig waren und Verbände und Fachverbände, die gewöhnt waren Menschen in großen Räumen (Landkreisebene) zu erreichen und zu versorgen (ein Beispiel: Der Malteser Hilfsdienst). Die größere Gruppe von Menschen erreichte das Erkundungsteam in vielen Einzelkontakten.

Wir machten die Erfahrung, dass die meisten Menschen, denen wir begegnet sind, gerne Auskunft gegeben haben über Lebens und Glaubensvorstellungen. Das zeigen unsere exemplarischen Erfahrungsberichte und Begegnungsgeschichten in diesem Bericht. Von Kirche gefragt zu werden, war für die Menschen neu, wurde aber von den meisten Menschen positiv bewertet.

Die folgende Darstellung der Themen orientiert sich an den Bedürfnissen der befragten Menschen, so wie sie uns Erkundern ans Herz gelegt wurden.

 

  • Der Kirchenraum als Ort des „hier darf ich sein“

    Die Zahl der Gottesdienstbesucher geht zurück. Die Bedeutung des Gottesdienstes als zentrales Element des Glaubens wird nach Aussagen befragter Menschen nicht mehr verstanden, nicht mehr als Kraftquelle empfunden. Als Befreiung aus einem ständigen Muss benennen Menschen als Grund das Fernbleiben vom Gottesdienst, ein Fremdeln mit der Liturgie und ein Wegbrechen von Wissen und Beheimatung: „Ich weiß nicht, was ich da soll, was dort geschieht.“

    Eltern berichten über ihre Hilflosigkeit, Kindern Gründe zu benennen, warum die Teilnahme am Gottesdienst wichtig ist. Möglichkeiten, Fragen und Unsicherheiten zu benennen, gibt es zu wenige. Als Kontrapunkt zu zurückgehenden Gottesdienstbesucherzahlen haben Menschen ganz unterschiedlicher Prägung den Kirchenraum als Ort des „hier darf ich sein“ entdeckt. Suche nach sich selbst, Suche nach Gott, Spurensuche nach Verlorenem, Suche nach Heil werden, spirituelle Raumerfahrung, Lichter anzünden für persönliche Anliegen, sich eintragen dürfen in die ausgelegten Gästebücher, ganz viel Suche in einem Raum, der aufnimmt, egal wer kommt. „Und dann müsste hier ein Mensch sitzen, der Zeit für mich hat“, dieser Wunsch wird im Gespräch oft geäußert.

    Positiv empfinden Menschen, dass in der Pfarrei der Zukunft Saarburg viele Kirchen off en und nicht verschlossen sind. ( Erfahrungsbericht in Anlage SAB 02 in der Dokumentation)

  • Katechese

    In der Kommunion und Firmkatechese fühlen sich Kinder und Jugendliche willkommen. In Gesprächen mit Eltern und Jugendlichen wird die Mühe, die sich Kirche, ihre haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter machen, wertgeschätzt. Schichtübergreifend benennen Erwachsene und Kinder das Willkommensein in Kirche als das Wesentliche. „Gute Religionspädagogen braucht es“, so eine Mutter, „um in der heutigen Zeit die Bibelgeschichte ins „heute“ zu setzen.“

    In der Katechese ist auch die Gruppenerfahrung von besonderer Bedeutung. „Da sind wir selbst eine kleine Kirche“, so ein Kommunionkind. Als Wunsch wird ein kirchliches Angebot für Kinder und Jugendliche nach Kommunion und Firmung geäußert.

    Bei der Befragung von benachteiligten Menschen wurde die Zeit der Kommunion und Firmkatechese als Zeit des Wahrgenommenwerdens, des Dazugehörens benannt.

    Eltern in schwierigen Lebenssituationen äußerten den Wunsch, ein Kind im Regelgottesdienst zur Kommunion führen zu dürfen.

    In vielen Kontakten wurde uns bewusst, dass es Eltern nicht egal ist, wie Kinder und Jugendliche auf Kommunion und Firmung vorbereitet werden und für manche Erwachsene eröffnet sich in dieser Zeit ein persönlicher neuer Zugang zu Kirche mit ihrem Kind.( Erfahrungsbericht in Anlage SAB 03 in der Dokumentation)

  • Die Glaubensweitergabe und das Beten

    Auf Spielplätzen und an St. Martinsfeiern ergaben sich entspannte Situationen mit Eltern ins Gespräch über Glauben und das Beten zu kommen. Es zeigte sich, dass Werte wie Glauben und Vertrauen von vielen Erwachsenen an der persönlichen Lebenssituation gemessen werden. An was soll ich glauben und auf wen soll ich vertrauen? „Ihr Gott war nicht da, als mein Mann mich verlassen hat, als ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte.“

    Eine weitere Gruppe von Eltern brachte zum Ausdruck, dass sie ihren Kindern Lebensethik vermitteln möchten, ohne einer Kirche anzugehören und sich nicht durch Regeln einer Glaubensgemeinschaft bestimmen lassen möchten.

    Die dritte Gruppe suchte in der Kirche Ansprechpartner, mit denen ehrlich und off en über eigene Zweifel gesprochen werden kann und welche Zugänge und Antworten es gibt, wenn Kinder Fragen stellen oder beten möchten. Die Angst, was denken die jetzt über mich, war groß.

    Eine benannte Hoffnung in der Glaubenskommunikation waren für die Befragten Träger, die über den eigenen Kirchturm hinaus religiöse Bildungsarbeit für Eltern anbieten, z.B. Familienbildungsstätten. Eine Hoffnung wäre auch, so benannt, wenn in der Pfarrei der Zukunft die Kinder und Jugendpastoral auch für Elternfragen geeignete Ansprechpartner hätte.

    „Herr, lehre mich zu beten“ ist ein weiterer Hilferuf. Traditionsgebete verblassen und die Frage: „Wie bete ich mit meinen Kindern im Heute?“ stellte sich vielen jungen Eltern. Sie benannten, dass sie sich wünschen, dass das Leben ihres Kindes unter einem guten Segen steht. Hilflos seien sie, so die Eltern, dazu passenden Rituale zu finden. ( Erfahrungsbericht in Anlage SAB 04 in der Dokumentation)

  • Pilgern und Wallfahrten

    Pilgern: „Der Weg ist das Ziel“

    Ein Schatz in der Pfarrei der Zukunft Saarburg sind die Pilgerwege. Generationsübergreifend, religionsübergreifend und schichtübergreifend machen sich Menschen zu Fuß auf den Pilgerweg.

    Die Gründe sind individuell verschieden und werden so benannt: sich mit dem eigenen Lebensweg auseinandersetzen, Trauer bewältigen, Grenzen erfahren, Geschöpf der Schöpfung zu sein, sich selbst zu suchen, Gott suchen, Glaubenserfahrung mit anderen teilen, Sinn suchen, Entscheidungen treffen, dem Leben neue Orientierung geben, beten. Gesucht werden Ruhepunkte auf dem Weg, an denen es Ansprechpartner für Lebens und Glaubenskrisen gibt. ( Kontakt-Memo Nr. 14 in Anlage SAB 06) in der Dokumentation

     

    Wallfahrt: Die Marientracht in Beurig

    Die Wallfahrt zur Mutter Gottes in Saarburg-Beurig verbindet Menschen einer Region und darüber hinaus. Das Gnadenbild zieht Menschen generationenübergreifend, schichtübergreifend und religionsübergreifend an. Menschen in Beurig befragt sehen diese Wallfahrt als großen Schatz in der Pfarrei der Zukunft Saarburg. An der Wallfahrt zeigt sich eine einladende Kirche, in der Glaube und Begegnung aufleuchten und den Alltag durchbrechen.( Kontakt-Memo Nr. 2 in Anlage SAB 05, Anlage SAB 07 und Anlage SAB 08) in der Dokumentation

  • Diakonische Kirche vor Ort

    „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben“

    An der Seite der Armen zu stehen, solidaritätsstiftend zu sein, den Armen durch die Haltung der Nächstenliebe Würde zu geben, das zeigte als Beispiel diakonischer Kirche vor Ort die Tafel Konz, ein Projekt der Pfarrcaritas der Pfarrgemeinde St. Nikolaus Konz. Mehr als die Tüte mit Lebensmitteln ist der freundliche Gruß, das Zuhören, die Empathie in die Lebenssituation des bedürftigen Menschen, das Begegnen auf Augenhöhe. Dies leisten ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Konzer Tafel und Teestube.

    In der Pfarrei der Zukunft sollen solche Projekte Mut machen, sich auf die Begegnung mit bedürftigen Menschen einzulassen und zu versuchen, sie mit einzubeziehen. Kleine Projekte wie gemeinsames Mittagessen, gemeinsame Ausflüge, waren Ideen der Bedürftigen auf dem Anweg zur Tafel. Kleine Lebensmittelausgaben müsste es, so ein Besucher der Tafel, auch auf dem Land geben, denn die Wege bis Konz oder Saarburg können weit sein. „Das Herz auf dem rechten Fleck“ (so die Aussage eines Bedürftigen) ist die Haltung, die diakonische Kirchenentwicklung weiter braucht.

    Die Pfarrcaritas muss auch in der Pfarrei der Zukunft den Menschen nah bleiben. Menschen, die sehen, hören, begleiten, müssen vor Ort bei den Menschen bleiben.

    „Ich war nackt und ihr habt mir Kleider gegeben.“ So wie die Konzer Tafel als Projekt der Pfarrcaritas Menschen in Not nahe ist, so ist es das Kleiderlädchen des Caritasverbandes in Konz.

    Auch hier schenken ehrenamtliche und hauptamtliche Menschen in Not Würde durch ihr Zuhören, Mitfühlen, Helfen und Vernetzen mit den sozialen Diensten des Caritasverbandes.

    Orientiert an den Werken der Barmherzigkeit können Projekte wie Tafeln und Kleiderkammern Kirchorte in der Pfarrei der Zukunft sein. ( Kontakt-Memos Nr. 9 in Anlage SAB 09 und Nr. 11 in Anlage SAB 10) in der Dokumentation

  • Caritas und Pastoral

    In Gesprächen mit Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen konnte reflektiert werden, dass die Haltung der Nächstenliebe in den Menschen lebt, die sich vor Ort um die kranke Nachbarin, um den trauernden Freund, den heimatlosen Flüchtling, den bettelnden Obdachlosen, die alleinerziehende Mutter kümmern. Dieses mitmenschliche Sorgen erfährt manchmal Grenzen; Ehrenamtliche können z.B. den Spieler, den Suchtkranken auf der ehrenamtlichen Schiene nicht mehr weiterhelfen, aber, wenn gewollt, in die hauptamtliche Hilfe des Caritasverbandes vernetzen, wo Fachdienste den Menschen in Not weiterhelfen.

    Beide Arme der Caritas, Ehrenamtliche und Hauptamtliche, die sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet fühlen, muss es auch in der Pfarrei der Zukunft geben, Hand in Hand im Dienst an den Bedürftigen unserer Zeit. Bedürftige Menschen leben auch weiterhin in allen Orten in der Pfarrei der Zukunft. „Vergesst die Armen nicht“ wird ein gemeinsamer Auftrag der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Caritas bleiben. Dabei Menschen einzubeziehen, die nicht kirchlich geprägt sind, ist Herausforderung und Geschenk. Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Zeitkontingente und Charisma, sich bei den bedürftigen Menschen in deren Lebenswelt einzufinden. „Gottes Liebe hat ein Gesicht“ und dieses Gesicht, dieses Gegenüber suchen notleidende Menschen. Not in allen Dimensionen des Seins. Sie suchen neben Therapie auch Seelsorge. Miteinander können Caritasmitarbeiter und -mitarbeiterinnen und pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lebenswelt der Menschen gehen und das Gesicht einer diakonischen Kirche sein. ( Erfahrungsbericht in Anlage SAB 11) in der Dokumentation

  • Verantwortung für die Schöpfung

    "Ihr von der Kirche sagt doch, dass Gott uns diese Erde anvertraut hat. Also mischt euch ein und sagt was, aber nicht so leise, damit uns jungen Menschen nicht ein zerstörtes Schöpfungswerk übergeben wird“(KATI, 16 JAHRE).Den Kirchen (ev./kath.) wird eine moralische Kompetenz zugestanden, sich einzumischen gegen grenzenlosen Konsum und Umweltverschmutzung.

    Erntedank, Schöpfung, Schöpfungsbericht sind bei Menschen, denen wir auf dem Hofgut in Serrig begegnen, sehr präsent. Menschen aus der Region nehmen wahr, dass es durch die Hitze des Sommers Ernteausfälle gibt. Erntedank, der in der durch Landwirtschaft und Weinbau geprägten Region sehr festlich begangen wird, beinhaltet für die Menschen Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer, aber auch Sorge über die Veränderungen im Klima. Wir nehmen wahr, dass trotz der Sorgen, die den Klimawandel betreff en, Menschen in Not nicht vergessen werden. Das Bedenken der Tafeln mit Obst und Gemüse und das Bedenken der hungernden Menschen z.B. in Somalia lebt besonders an Erntedank in den Pfarreiengemeinschaften. Befragte Menschen erwarten von Kirche „ein Einmischen“ in Umweltverschmutzung, Konsumverhalten, erwarten auch von Kirche, dass sie mit gutem Beispiel vorangeht.

    In der Pfarrei der Zukunft sollte es vielleicht an Erntedank einen kirchlichen Workshop zum Thema Verantwortung für die Schöpfung geben.

    In der touristisch attraktiven Stadt Saarburg sind in den Herbstferien viele Jugendliche anzutreffen. Ein Anliegen von Jugendlichen ist es, dass Kirche in einer unfriedlichen, ungerechten Zeit sich noch mehr für Frieden und Versöhnung einsetzt, wo Menschen weltweit Unrecht geschieht. Papst Franziskus legt den Maßstab sehr hoch, so ein 17jähriger Gymnasiast. (Kontakt-Memo Nr. 6 in Anlage SAB 12) in der Dokumentation

  • Auftrag zur Versöhnung und Frieden

    Junge Menschen berichten, dass es in Familie, Freundeskreis keine Gesprächsplattform gibt, um über ‚Begriff e wie Schuld und Versöhnung, Frieden zu diskutieren. Fragen wie: Gibt es Schuld, persönliche und kollektive, die kein Verzeihen, keine Versöhnung findet (z.B. Holocaust, oder Angehörige von Gewaltopfern)? Sind wir für Frieden und Unfrieden auf der Welt mitverantwortlich?

    Die Flut von Bildern des Leids durch Krieg und Katastrophen entzieht vielen jungen Menschen das Grundvertrauen und löst Ängste aus. Biblische Antworten und Trost und Kraftquellen sind nicht da. „Das letzte Mal sind mir Begriffe wie Sünde und Vergebung bei der Erstkommunion begegnet, da hab ich aber nicht so viel verstanden.“

    „Im Geschichtsleistungskurs haben wir eine KZ-Gedenkstätte besucht. Das Ausmaß an Leid hat mich überflutet und es kamen Gedanken über Schuld, Vergebung, Versöhnung, Friede. Ich komme mit den Begriffen nicht klar.“

    Junge Menschen, die Kirche suchen, brauchen in der Pfarrei der Zukunft Ansprechpartner, die sich in ethischen Fragestellungen öffnen, ein Gespür für Jugend haben und verlässlich sind. Im Unterricht selbst werden historische Fakten geklärt, den Jugendlichen fehlt die ethische Diskussion. In dieser Situation setzen sie Hoffnung auf kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schulseelsorge (in Projekten) und kirchliche Jugendarbeit (im Perspektivwechsel) sollten Knotenpunkte im Netzwerk Pfarrei der Zukunft sein. (Begegnungsgeschichte in Anlage SAB 21) in der Dokumentation

  • Leben auf dem Land

    Jungfamilien suchen in der Grenzregion zu Luxemburg Wohnraum, der Arbeitsplätze in der Grenzregion und Lebensqualität auf dem Land bietet. Die Verbandsgemeinden stellen erschlossenes Bauland zur Verfügung. Neubaugebiete sind nicht überdimensioniert. In den kleinen Orten wechseln alte Bauernhäuser den Besitzer und werden liebevoll restauriert. Bei der Befragung der jungen Familien wird die Nähe zur Natur, einen Garten mit Spielraum für die Kinder zu haben, die Willkommenskultur der Verbandsgemeinden, der Vereine und die Dorfgemeinschaft als Grund benannt, warum Jungfamilien aufs Land ziehen. Kirche gehört zum Heimatgefühl, hat aber im Vergleich zu Zivilgemeinden und Vereinen Aufholbedarf in der Willkommenskultur. „Uns fehlen die Gesichter von Kirche“. Kirche ist für über die Hälfte der Befragten ein ethischer Wegbegleiter. Benannt wird, dass Christen froher sein müssten über das, was sie glauben. Hauptamtliche wirken auf Jungfamilien oft müde und ausgelaugt, etablierte Christen oft nicht sehr kinderfreundlich. Junge Familien wünschen sich, dass es in der Pfarrei der Zukunft Saarburg ansprechbare, verlässliche Gesichter von Kirche gibt, die Formate von Kindergottesdiensten mit interessierten Eltern entwickeln. Gewünscht unter Mitwirkung der Familien werden auch Gruppen vor Ort, denn nicht alle sind mit Kleinkindern mobil.

    Leben auf dem Land bedeutet aber auch Einsamkeit im Alter, bescheidenes Leben bis hin zur Armut, die selten verbalisiert wird. Die Hoffnung, dass Gruppen der Pfarrcaritas auch in der Pfarrei der Zukunft ihr Helfen, Besuchen und Begleiten nicht einstellen, wird geäußert. Dass Seelsorgeteams weiter die Krankenkommunion mit Haupt und Ehrenamtlichen aufrechterhalten, ist ein geäußerter Wunsch alter Menschen. Fahrdienste über Zivilgemeinden und Fachverbände könnten auf die Fläche der Pfarrei der Zukunft ausgedehnt werden. „Es wäre schön auch einen Gottesdienst in einer anderen Pfarrei mitzufeiern“, so eine alleinstehende 80jährige, „aber wie soll ich dahin kommen?“ Ein Knotenpunkt Altenseelsorge in der Pfarrei der Zukunft wäre ein gutes Zeichen, dass wir unsere alten Menschen mitnehmen und nicht vergessen. ( Kontakt-Memo Nr. 1 in Anlage SAB 13) in der Dokumentation

  • Psychisch kranken Menschen einen Platz geben

    Der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer, die Lebenshilfe und der Caritasverband waren Kontaktpartner in der Erkundung, die psychisch kranken Menschen einen Platz geben. Seelsorge muss auch in der Pfarrei der Zukunft Saarburg psychisch kranken Menschen, wenn gewünscht, mit verlässlichen, erreichbaren, auf die Zielgruppe ausgebildeten Seelsorgerinnen und Seelsorgern zur Seite stehen. Hoff nung, Trost, Begleitung in Abschieden sind Erwartungen, die psychisch kranke Menschen geäußert haben. (Kontakt-Memo Nr. 12 in Anlage SAB 15) in der Dokumentation

  • Sorge um die Kranken

    „Ich war krank und ihr habt mich besucht“

    Die Krankenhausseelsorge im Kreiskrankenhaus St. Franziskus und Caritassozialstation waren Kontaktpartner in der Erkundung. Religionsübergreifend, schichtübergreifend, altersübergreifend sind beide Einrichtungen Kirchorte, die Krankheit und Sterben ins Leben holen, Patienten und Angehörigen beistehen, sie begleiten, zuhören, aushalten. Krankenhausseelsorger, Schwestern und Pfleger der Sozialstationen sind Gesichter einer diakonischen Kirche.

    Die Krankenhausseelsorge muss im Netzwerk der Pfarrei der Zukunft Saarburg ein wichtiger Knotenpunkt werden.

    Die Caritassozialstation mit dem Pflegestützpunkt ist Knotenpunkt und Netzwerkpartner mit anderen Pflegediensten (DRK) in der Versorgung von Patienten in der Häuslichkeit. In Zusammenarbeit mit den Seelsorgeteams vor Ort kümmern sie sich ganzheitlich um die kranken Menschen und ihre Angehörigen. Diese Zusammenarbeit, die pflegerische und seelsorgerische Betreuung kranker Menschen wird auch in der Pfarrei der Zukunft wichtig sein. Eine Aufgabe in der Zukunft wird auch sein, moslemische Mitbürgerinnen und Mitbürger pflegerisch zu versorgen. Der Austausch mit der Moscheegemeinde wird wichtig sein. (Kontakt-Memos Nr. 7 in Anlage SAB 16, Nr. 10 in Anlage SAB 17 und Nr. 13 in Anlage SAB 18, Erfahrungsbericht in Anlage SAB 19) in der Dokumentation

  • Integration

    „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“

    „Die großartigste Solidaritätsaktion unserer katholischen und evangelischen Kirche, die ich erlebt habe, war das Engagement für Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und Afghanistan. Da hat man kollektiv gespürt, dass wir etwas von unserem Glauben verstanden haben und wir haben es gelebt.“ Ehrenamtlicher

    Nach allem Leid, das die Flüchtlinge durchlitten haben (so ein Ehrenamtlicher), war die menschliche Zuwendung und das gemeinsame Engagement der evangelischen und katholischen Kirche und der Zivilgemeinde eine Kraft, die viele mobilisiert hat und den Geflüchteten Hoffnung geschenkt hat. Das ehrenamtliche und hauptamtliche Engagement von Zivilgemeinde, Kirchen und Verbänden und Vereinen haben Integrationswege erleichtert. Flüchtlingspaten haben zur Seite gestanden. Die Flüchtlingsberatungsstelle des Caritasverbandes leistet bis heute mit Partnern wertvolle Integrationsarbeit.

    Auf Kirche und ihre Caritas wird in Zukunft viel Überzeugungskraft zukommen, wenn nach euphorischer Anfangsstimmung Gegenwind aufkommt, gesellschaftlich und politisch. Dass Integration nicht immer einfach ist, im Einzelfall auch scheitern lässt, dass es Flüchtlinge gibt, die nach allen Verlusterfahrungen nicht mehr auf die Beine kommen, all dies sind Herausforderungen, die engagierte Menschen in allen Fluchtbewegungen der Neuzeit gemeistert haben. In der Pfarrei der Zukunft brauchen Flüchtlinge weiter unsere Willkommenskulturen, die Anwaltschaft und Zusammenarbeit von Kirche und Caritas. Die aufrüttelnden Predigten von Papst Franziskus sollen auch in der Pfarrei der Zukunft allen Menschen guten Willens, Kraft und Energie schenken. Die Vielfalt der Kulturen, besonders in Konz-Karthaus, die friedlich miteinander leben, zeigen auch gelingende Integration (zwei Begegnungsgeschichten erzählen davon). Die Flüchtlingshilfe muss im Netzwerk der Pfarrei der Zukunft ein Kirchort sein. Seelsorgerische Begleitung für Flüchtlingspaten und hauptamtliche Berater werden ein wichtiger Auftrag an Kirche bleiben.( Kontakt-Memo Nr. 3 in Anlage SAB 20, Begegnungsgeschichten in Anlage SAB 22 und Anlage SAB 23) in der Dokumentation

  • Ehrenamt und die Sorge um Nachfolge

    Im Kontakt mit ehrenamtlichen Frauen und Männern erfuhren wir, dass ein Teil der bisher Engagierten den Strukturwandel zum Anlass nimmt, in den ehrenamtlichen Ruhestand zu gehen. Dafür wurden folgende Gründe genannt:1. Das persönliche Empfinden, genug getan zu haben über viele Jahre, „Wenn Rahmenbedingungen sich ändern, fällt es einfacher, aufzuhören“ (EA).2. Das persönliche Empfinden, dass jetzt die Zeit ist, andere jüngere Menschen wirken zu lassen, die sich in den neuen Strukturen, Medien und Gremien besser zurechtfinden als die älteren (ab 60).3. Dass die Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements und die Kommunikation auf Augenhöhe zu kurz kam und das Vertrauen in das Umgehen miteinander in den neuen Strukturen nicht groß ist.

    Kirchliches Ehrenamt ändert sich, Menschen möchten sich nicht mehr für lange Zeit binden. Interesse besteht an Projekten und Aufgaben, die zeitlich begrenzt und mit Familie, Beruf, Pflege vereinbar sind. Kirche, so ein Feuerwehrmann, könnte von Vereinen viel lernen. Die Trainer, die Ausbilder sind mit im Einsatz. „Aufgaben sind nicht so getrennt wie bei der Kirche, die Denker auf der einen Seite, die Schaff er auf der anderen“. Ehrenamtliche sind selbstbewusst. Sie leisten ihr ehrenamtliches Engagement neben Beruf und Familie. Sie möchten den gleichen Einsatz bei Hauptamtlichen sehen. Am beidseitigen Rollenverständnis muss gearbeitet werden.

    Für die Nachwuchsgewinnung wird als wichtig empfunden, das eigene ehrenamtliche Tun mit Freude zu kommunizieren und genügend Zeit für sich und die Familie zu haben, sich nicht vereinnahmen zu lassen und sich selbst Grenzen zu setzen (den Nächsten lieben wie dich selbst).Eine Erkenntnis war auch, dass „Wandelzeiten“ ausgehalten werden müssen, dass darauf vertraut werden kann, dass auch dort, wo zunächst nichts mehr ist, Neues entstehen kann. (Dass Wüste blüht.) (Bericht in Anlage SAB 25) in der Dokumentation