Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Bericht zur Erkundung in der Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein

Zum Begriff "Pfarrei der Zukunft"

Die vorliegenden Dokumentationen beziehen sich auf die „Pfarrei der Zukunft“, wie sie durch den Prozess der Raumgliederung von 2017-2018 umschrieben wurde.

Aufgrund der Aussetzung des Gesetzes zur Umsetzung der Ergebnisse der Diözesansynode von 2013-2016 durch die Kleruskongregation und die anstehende Überarbeitung des Gesetzes wird dieser Raum nicht als kanonische Pfarrei (nach can 515 cic) errichtet.

Trotzdem werden wir die Bezeichnung „Pfarrei der Zukunft“ in den Erkundungsberichten beibehalten, da dieser Begriff in den vergangenen Jahren ein Arbeitstitel für die neu zu gründenden Räume war. Ebenso wäre es ein sehr hoher redaktioneller Aufwand, dies in den vorliegenden Dokumentationen zu verändern, da der Redaktionsschluss vor den Gesprächen des Bischofs mit der Kleruskongregation und dem päpstlichen Rat für die Gesetzestexte lag.

Download

Hier können Sie die PDF des gesamten Erkundungsberichts (inklusive der im Text erwähnten Anlagen) aus der Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein herunterladen.

Zum Vorgehen

  • Grundsätzlich gilt, dass wir uns als „Erkunder“ als „Hörende“ verstehen.
  • Exemplarisches Erkunden: Unsere Gespräche und Begegnungen in vier Pfarreien der Zukunft mit einer begrenzten Zeitressource stehen für ein exemplarisches Tun. Wir bringen das ins Gespräch, was wir gesehen und gehört haben. Wir bieten keine vollständige und erschöpfende sozialwissenschaftliche Reflexion.
  • Weder eine (im gesamten Territorium der „Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein“) noch die Bearbeitung aller thematischen Felder sind möglich. Wir ‚gestehen‘, dass wir als Erkunder-Team nicht alle von uns anvisierten Termine wahrnehmen konnten.
  • Wir vertrauen darauf, dass zukünftig Frauen und Männer „erkundend“ ihre Umgebung entdecken und sich auf das bisher Fremde und Unbekannte einlassen. Die Erkundungsphase endet nicht am 31. August 2019, vielmehr geht das „Erkunden“ weiter: als Grundaufgabe, Stil und Haltung. Es gibt noch viele Ideen, wo es Möglichkeiten zum „Erkunden“ gibt.
  • Für uns ist die Spiritualität bzw. die Ressource des „Nicht-Wissens“ (vgl. Ausbildungsmodul) wichtig. Es geht um den unvoreingenommenen Blick.
  • Wir haben (so wie die Kollegen im Kreis der bistumsweiten Erkunder) u.a. mit den Methoden der „Sozial-Raum Erkundung“ (z.B. Interviews, Befragungen,..). gearbeitet. Unser Vorgehen mit Blick auf das Gesamt des „Erkundens“ erschöpft sich jedoch nicht allein in den Methoden. Wir verstehen das Erkunden als ein Beziehungsgeschehen. Unser Interesse gilt der Lebenswelt der Menschen im (territorial zu bestimmenden) „Raum“, aber auch der thematischen „Lebenswelt“, die sich nicht im geographischen Sinn festlegen lässt (z.B. digitale Welt, Mobilität des Berufslebens, spirituelle Suchbewegungen, etc.).
  • „Trial and error“ – das „fehlerfreundliche Lernen“ gilt auch für unser Erkunden. Nicht alle Ideen konn-ten umgesetzt werden. Im Erkunden selbst haben wir gelernt, immer wieder weitere Schritte überlegt, den eingeschlagenen Weg ‚überprüft‘, uns überraschen lassen. Wir sind einen Weg gegangen, auch mit Umwegen und Irrwegen.
  • Mit einem „brennenden Interesse am Alltag der Menschen“ und mit einem Blick auf „den ganzen Menschen und seinem Lebensweg als Ganzem“ (CHRISTOPH THEOBALD SJ) sind wir gestartet. Unser: „Interesse gilt [...] dem jeweils Einzelnen, gleichzeitig aber auch einer Konstellation von Begegnungen, einem sich unterhalb der großen, in den Massenme-dien gespiegelten Ereignisse zeigenden Geflecht von Lebensgeschichten.“ (Theobald, Christoph, Hören, wer ich sein kann. Einübungen, hgg. von Reinhard Feiter und Hadwig Müller (Reihe Bildung und Pastoral, Bd. 5), Ostfildern 2018, 190.)

Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Wahrnehmungen

Im Folgenden benennen wir Punkte, die uns in der Zeit des Erkundens aufgefallen sind. Sie scheinen uns für den Weg der „Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein“ wichtig. Die Auflistung ist wiederum nicht erschöpfend; es geht vielmehr um Impulse, mit denen inhaltlich weitergearbeitet werden kann. Es sind knapp verfasste Gedanken, keine längeren Abhandlungen.

  • Erste Erfahrung: Sehschule

    Die zu Beginn der Erkundungsphase veranstaltete „Sehschule“(VGL. ANHANG 01 in der Dokumentation) gibt Einblicke und nennt Themen. Es ist ein weites Spektrum, bisweilen ein „Wunschkonzert“. Eine Auswahl und Prioritätensetzung bzw. Konkretisierung steht aus.

  • Zweite Erfahrung: 7 von 10 kennen die Caritas – 3 von 10 wissen, wo die Kirche ist

    Die eine Sendung: Pastoral und Diakonie

    1. Jugendliche

    Sie drückten sich sehr deutlich aus: „Nennen Sie mir nur eine Ecke in Kirchen dieser Stadt, die von Jugendlichen gestaltet werden darf.“(SVEN, 17 JAHRE, ABI 2020) Derselbe Sven: „Kirchliche Jugendarbeit spricht nur ‚Auswahlmilieus‘ an, was ist mit kirchlichen Streetworkern?“Jugendliche formulieren auch, dass Jugendherbergen Orte der internationalen, religionsübergreifenden Begegnung und Kommunikation sind: beim Essen, beim Spiel vor der Jugendherberge, beim Feiern. Frage eines Jugendlichen: Warum gibt es in Jugendherbergen nicht so etwas wie Räume der Stille, des Gebetes? Beten ist doch religionsübergreifend und Kirche oder Glaubensgemeinschaft könnten Ansprechpartner, die mit Jugendlichen „können“, zur Verfügung stellen, die zuhören und nicht wertend sind. Weder zuhause, noch in der Schule, noch in der Kirche und Glaubensgemeinschaft stellen wir die Sinnfragen so wie in einem offenen Rahmen. (KURZDOKU 05 in der Dokumentation)

    2. Ältere Menschen

    Vielen Rentnern geht es finanziell nicht so gut. Viele sind morgens unterwegs, um günstig zu frühstücken oder Mittag zu essen und um nicht allein zu sein. Die Kirchen könnten sich mehr engagieren, um Rentnern eine Aufgabe zu geben z.B. Führung durch die Kirche. „Ich freue mich, wenn die Touristen kommen, dann kann ich viel über meine Stadt erzählen und Tipps geben, was sich lohnt, zu sehen“.(KURZDOKU 03 in der Dokumentation)

    3. Benachteiligte

    Hilflosigkeit und Überforderung von neuzugezogenen Alleinerziehenden: ihre Trauer über Trennung und Über-forderung mit Kind rufen nach Hilfe. Hinzu kommen Schwellenangst, Behörden nach Hilfsmöglichkeiten zu fragen; existentielle Sorgen kommen hinzu. (KURZDOKU 06 in der Dokumentation)

    Die Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind bei einer Befragung in der Innenstadt (von Idar-Oberstein) durchaus im Bewusstsein der Menschen durch ihre Nähe zu den Menschen, ihre Herzlichkeit. Sieben von zehn befragten Menschen wussten, wo der Caritasverband ist; drei von zehn, wo die nächste Kirche ist.

    Daher deutliche Anfragen an die evangelische und katholische Kirche, ein Netzwerk mit Caritas, Diakonie, einer Familienbildungsstätte für Alleinerziehende zu schaffen. Auch ein „Begegnungscafé“ in erreichbarer Nähe zu Bahn- und Busverbindungen wäre wünschenswert. Da die Zahl der neuen Lebenskonzepte wächst: was kann Kirche (evangelische wie katholische) Alleinerziehenden anbieten?

    Wir erkennen Dankbarkeit für die Präsenz der Caritas, für ihre den Menschen zugewandte Arbeit. Natürlich wird dabei die Frage nach der Pastoral auf neue Weise wach: wird die Pfarrei der Zukunft in einer um ihre Bedeutung ringenden Stadt mithelfen am Netzwerk, gemeinsam mit der Stadt und der Caritas? Werden junge wie alte Menschen eingebunden werden können in einen Prozess, der wirklich „zum Wohl der Stadt“ führen will? Wir erkennen Hilflosigkeit und durchaus Bereitschaft, sich einzubringen.

  • Dritte Erfahrung: Der Erkundungs-Weg in Kirn, ein exemplarischer Schwerpunkt

    Für die Zeit des Erkundens in der „Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein“ gilt nach Absprache (mit dem Dekanatsteam) das „exemplarische“ Erkunden für den Bereich Kirn als Schwerpunksetzung in der „Pfarrei der Zukunft“ mit einer Reihe von Abendveranstaltungen. Die Dokumentation beschreibt (VGL. KURZDOKU 09 UND KURZDOKU 11 in der Dokumentation) ausführlich den zurückgelegten Weg und die damit verbundenen Themenstellungen.

    • Das Anliegen der Erkundung (Januar – März 2019) knüpft an ein Gespräch im Oktober 2018 in Kirn an, als mehr als 30 Leute zusammenkommen. Die Teilnehmer erhofften sich damals seitens des Erkunderteams Infos zur „Struktur“ der Pfarrei der Zukunft. Wir versuchen inhaltliche Aspekte zu nennen.
    • Die leitenden Fragen für die Veranstaltungen (im Januar bzw. im Februar): Wie geht es mit unserer Kirche (Pfarrgemeinde) weiter? Der Kreis der Teilnehmer sorgt sich um die Zukunft der Gemeinde. Mehrfach wird der Wunsch geäußert, dass die Diözese (Bischof) pastorales Personal nach Kirn entsenden möge (derzeit kein Pastoralteam vor Ort). Die schwierige Situation der Kirche vor Ort (auch nach dem Weggang des Pfarrers in einer unklaren Situation) wird betont; lamentiert.
    • Biblisches Arbeiten ist ungewohnt, für manche gewinnbringend „anders“; zwei Teilnehmer aus dem Bereich der Administration bringen das Thema Geld/Finanzen ein und signalisieren, dass „das Evangelium hier an dieser Stelle“ nichts zu suchen hat (!;?).
    • An beiden Abenden im Januar/Februar wird mit ca. 10 Teilnehmern kontrovers diskutiert. Uns Erkundern kommt die Rolle der Moderation zu; das inhaltliche Arbeiten an den vorbereiteten Fragestellungen wird zurückgestellt. Das „Da-Sein“ der Erkunder ist eine Möglichkeit, dass Menschen ihre Zweifel, Angst, Unsicherheit bzw. auch ihren Unmut gegenüber den Entwicklungen nach der Synode auslassen – das ist die eine Seite!
    • Es gibt auch die andere Seite des Gespräches: Nachdenkliche Stimmen: „Unser Kirche-Sein kann so nicht weitergehen. Es ist gut, dass was Neues kommen  wird“. Ein roter Faden an beiden Gesprächsabenden (Jan./Febr.) ist die Frage nach „Talenten“ bzw. nach den „Schätzen“/„Begabungen“ in der Gemeinde. Das Thema des Ehrenamtes wird diskutiert. Welches ist die zukünftige Rolle des Ehrenamtes?
    • Das Thema der „Beerdigungen“ bzw. Trauerpastoral wird öfters angesprochen.
    • Die positive ökumenische Zusammenarbeit wird gewürdigt. Hier auch die ökumenische Vereinbarung, die am Pfingstmontag 2017 vereinbart und gefeiert wurde
    • „Ein Gefühl der ‚Verlassenheit‘ prägt unsere [kirchliche] Stimmung in Kirn.“ Am Ende des zweiten Abends (vgl. Textbaustein unten: Wanderer in unbekanntes Land) vereinbaren wir: Erkundung in Kirn am 16. März vor einem Einkaufszentrum bzw. in der Kommune.
    • Der Termin am 16. März zur Erkundung findet mit drei Personen statt. Eine weitere Teilnehmerin ist aufgrund von Urlaub verhindert und schickt ihre Erkundungsbögen per E-Mail (s. Anlage in der Dokumentation). Zwei Bedenken erreichen uns vorher: „In dieser Situation des Missbrauchs traue ich mich dazu nicht“ – „Wir kennen das Leben unserer Stadt bereits“. So findet am 16. März keine direkte Befragung mit den Miterkunderinnen statt, wohl aber ein „Entdeckungsgang“ durch die Innenstadt von Kirn mit (persönlichen) Deutungen: Hinweis zur ehemaligen Lederindustrie und danach „Abwanderung“ der Arbeiter; Verzahnung der Arbeitswelt ins Rhein-Main-Gebiet; Diaspora-Situation der katholischen Kirche über ein weites Umland; freiwilliges Engagement in der Bücherei; Denkmal für die jüdischen Mitbewohner in Kirn und Deportation. Am Ende des Erkundungsganges feiern wir den Abschluss mit einem kleinen Imbiss – als Stärkung für Leib und Seele!
    • Im Anhang 06 in der Dokumentation ist eine Rückmeldung aus einer Befragung zu erkennen, die am Ende in Kirn durchgeführt wurde. Diese ist nicht „erschöpfend“, sondern versteht sich eher als eine Anregung für weitere Erkundungen.
  • Vierte Erfahrung: Kirche in der Diaspora

    „In einer Diaspora, wo beiden Kirchen die Menschen weglaufen, würde ein spirituelles Zentrum viel Gutes für die Menschen bringen.“(LEHRERIN) (ANHANG 01 in der Dokumentation)

    „Kirche gehört hier mehr zu den touristischen Attraktionen und Eventlocations, wenn Sie mal die Felsenkirche betrachten, die jetzt renoviert wird. Ich selbst denke, wenn ich sie von hier unten anschaue an meinen Konfirmationsspruch: ‚Eine feste Burg ist unser Gott‘ und dann mein zweiter Gedanke: ‚Ja, und Burgen gehören der Vergangenheit an.‘ Die Christuskirche wird auch renoviert, nur Baustellen und Leerstände. Wenn die Touristen weg sind, ist Idar-Oberstein eher eine einsame Stadt. Vielleicht sollte Kirche, um wieder Begegnungsort zu werden, in einem der vielen Leerstände einziehen.“RENTNER, 65 JAHRE) (ANHANG 01 in der Dokumentation)

    Im Gespräch und während unserer Anfahrten zu den Treffen und Interviews ist uns die genannte Situation des „Leerstandes“ aufgefallen. Die ländliche Situation mit den großen strukturellen Herausforderungen (Mobilität auf dem Land, Generationenfrage, etc.) ist prägend.

    Die Menschen erleben eine „Diaspora“ in zweifacher Hinsicht:

    Sie leben „zerstreut“, in einer weiten Fläche und in religiöser Hinsicht ist die Rede von der [katholischen] „Diaspora“ (in einer eher evangelisch geprägten Region). Die ökumenische Zusammenarbeit wird stets positiv herausgestellt.

    Für die Zukunft ist die Erfahrung der „Diaspora“ wei-send. Hier kann mutig weitergearbeitet werden; nicht (mehr) die „großen Zahlen“, sondern: „Ihre Vitalität [der Diasporaerfahrung] gründet sich nicht mehr auf die Zahl ihrer Mitglieder, sondern auf die Dynamik des Evangeli-ums, die sich bei den Gruppen in ihrer Mitte entwickelt, die sich der Herausforderung der Moderne stellen.“ (Zerfaß, Rolf, Das Volk Gottes auf dem Weg in die Minderheit? Zur pastoralen Aktualität einer zentralen Erfahrung Israels.In: Bauer, Christian/Fuchs, Ottmar, Hgg., Ein paar Kieselsteine reichen. Pastoraltheologische Beiträge von Rolf Zerfaß, Ostfi ldern 2009, 162 – 177, 170)

  • Fünfte Erfahrung: Neues Ausprobieren

    „Wenn Kirche neue Formate in die Zukunft entwickelt, dann ist hier in der Region der Hildegard-Pilgerweg eine Form von Kirche, die Menschen religionsübergreifend, generationenübergreifend und milieuübergreifend anspricht. Ebenso das Projekt ‚Kirche im Nationalpark‘. Es treibt mich die Frage um, warum gehen wir lange Pilgerstrecken allein oder in Gruppen zu Fuß, aber 500 Meter zur nächsten Kirche motivieren uns in keinster Weise.“(PILGERIN, 32 JAHRE) ANHANG 01in der Dokumentation

     Aus der Reihe der Abendveranstaltungen (viermal) in Kirn hat sich die Gestaltung der Kar und Ostertage ergeben. In einer Verzahnung von lokalen Traditionen und Innovation ist eine andere Art der Osterfeier entstanden. Anhang 07 und Anhang 08 in der Dokumentation beleuchten die (Lern)Erfahrungen, die sowohl die Gastgeber in Kirn als auch die Gäste (der „Equipe“) sehr bereichert und inspiriert haben.

    Die Begegnungen im Nationalpark (z.T. auf dem Gebiet der „Pfarrei der Zukunft Idar-Oberstein“) stehen für ähnliche Erfahrungen (NATIONALPARK; KURZDOKU 08 in der Dokumentation). Hier ist Vernetzungsarbeit: Der Nationalpark führt zusammen. Es arbeiten schon heute viele Menschen aus der Region zusammen: Tourismus, Verwaltungen, Interessensvertreter und Naturschutzverbände.

    Von kirchlicher Seite aus ist das Projekt „NATIONALPARKKIRCHE“ gestartet. Hier gibt es einen Bezugspunkt zum Thema „Spiritualität“ (mit eigenen thematischen Wanderungen), die Kirche in Muhl sowie Bildungsveranstaltungen (u.a. mit dem Bezugspunkt Schöpfung); Ausbildung von „spirituellen Wegbegleitern“. Natur und Ökologie, Wandern und Pilgern gehen hier eine seltene Verbindung ein. In einer strukturschwachen Region ist dieser Nationalpark nicht nur eine Attraktion für Touristen, sondern eine großartige Chance zur Identität der Menschen, die in der weiten Umgebung leben.

    Dass Kirche hier präsent ist, muss zu den Glücksfällen einer wirklichen Aufmerksamkeit für die „Realität von heute“ gezählt werden. Vieles ist nur mit vereinten Kräften zu stemmen, und an diesem Ort wird sichtbar und erlebbar, wie Bewahrung der Schöpfung geht, ganzheitlich und deshalb spirituell. Es ist ein „Andersort“ von enormen Ausmaßen und eben im besten Sinn: ganz anders. Das Psalmwort „Du führst mich hinaus ins Weite“ bekommt seinen ganzen Sinn: Aufbruch in die Natur, ein Erleben der komplexen biologischen Zusammenhänge wie auch ihrer Schönheit. Ebenso aber auch das Weiten der eigenen Horizonte, ein wesentlicher Perspektivwechsel, heraus aus dem ziemlich grauen Alltag. Genau in diesem Sinn verstehen wir auch den Slogan: „Der Wald ist meine Kathedrale“. Die eine Gott-Suche ist jenseits des Modells der klassischen Pfarrgemeinde möglich.

Ausblick

Die Zeit der Erkundungsphase war nicht immer konfliktfrei, da wir als Erkunder in der spannungsreichen Zeit der sogenannten „Umsetzung der Diözesansynode“ unterwegs sind. Das Entdecken jedoch, dass sich ‚so viel Leben‘ zwischen Kirn, Birkenfeld und Idar-Oberstein rührt, das hat uns selbst ermutigt! Das ist unser nicht ganz quantifizierbares „Ergebnis“: Die „Lust an Neuem“! Selbst da, wo schon alles geregelt zu sein scheint, da ist Bewegung. Es kommt auf die Perspektive an: Wie verstehen wir unser „Christ-Sein“ in einer pluralen Gesellschaft? Was bedeutet „Kirche-Sein“ in einer Zeit, in der es viele Optionen zur Lebensgestaltung gibt?